Elementare KünstlerInnen

  element_feuer  Christel Fetzer, Berlin
 

Christel Fetzer, Berlin Ein zentrales Thema ihrer Arbeit ist die Kommunikation. In ihren Polsterarbeiten, den Interventionen im öffentlichen Raum und bei den Zeichnungen auf Normetiketten spielt dieses Thema eine Rolle. Oft senden die RAL Farben des öffentlichen Kommunikationsdesigns dabei Signale einer Verbindlichkeit aus. „Ich möchte Wertungen auflösen, um von ideologischen Festlegungen unabhängig zu werden“, sagt die Künstlerin und handelt danach.

Christel Fetzers Arbeit kann mit den ästhetischen Positionen minimalistischer Kunst betrachtet werden, weil auch diese eine Befreiung von Ideologien suchten und das Verhältnis des Kunstwerks zum Raum berücksichtigten. Wie diese, bezieht sie die wechselseitige Kontaminierung von Kunst und Leben, von Alltag und Design in ihre Arbeit ein.

Die unterschiedlich hohen und verschiedenfarbigen Bretter von Fetzers Intervention „… es war Tom Sawyer“ (Art Kite Museum, Detmold, 2003) sehen aus wie von einem fleißigen Handwerker abgestellt. Diese Ordnung des Materials resultiert nicht aus dem Arbeitsprozess auf einer Baustelle, sondern folgt einem künstlerischen System. Es ist unergründlich, subjektiv und frech. Tom Sawyer trieb ein naiver Impuls, die Welt schöner zu machen. Christel Fetzer verfolgt ein individualistisches Konzept, die Wirklichkeit zu gestalten – allerdings nach einem System, das keines ist.

Aus: „Christel Fetzer – Interventionen im öffentlichen Raum“, Text von Susanne Burmester

„Für mich hat die Entdeckung und Wahrnehmung deiner Arbeiten nämlich immer mit einer Begegnung oder Konfrontation zu tun. Es ist eine Begegnung mit einem Objekt, das ich gleichermaßen als Skulptur, Malerei und Installation deuten kann. Es ist eine Wahrnehmung von Oberfläche, von Details und von Form. Aber es ist auch eine Begegnung mit der Kunstgeschichte. Deine Formengrammatik und die verwendeten Materialien erinnern mich an künstlerische Positionen aus den 60er und 70er Jahren. Aber sie sind zugleich mehr und anders. ... Ich bin immer fasziniert gewesen durch das, was ich am besten umschreiben kann als das ›Selbstverständliche‹ oder ›Funktionale‹ deiner Arbeiten. ... Oder ist es eher so, dass es dir gelingt, dem Betrachter Kunst als selbstverständlich anzubieten? Damit komme ich wieder auf jenes eingangs angesprochene ›Zwischen‹ zurück. Deine Arbeiten setzen sich nicht nur mit einem ›Zwischen‹ im Verhältnis von Betrachter und Werk auseinander, sondern noch viel mehr mit dem, was sich zwischen dem Kontext und deiner Arbeit abspielt. Oder mit dem, was sich im Innen- oder Außenbereich abspielt, denn jedesmal wird die Architektur oder die Umgebung Teil deiner Arbeit. Die Autonomie deiner ›Skulpturen‹ ist in einer atmosphärischen Verbindung mit dem Kontext zu finden. Man könnte hierfür auch das Wort ›klimatologisch‹ verwenden: ein Gefühl für Wahrnehmung und Verständnis, das über formale räumliche Qualitäten hinausgeht. Etwas, das ich in deinen Arbeiten wiederfinde und eigentlich von jeder Kunst erwarte. ... „

Aus: Brief an Christel Fetzer, Philippe Van Cauteren, Lyon, September 2005

Kurz


www.christelfetzer.de


geboren 1967, Studium an der Kunstakademie in Münster, Meisterschülerin von Reiner Ruthenbeck, lebt in Berlin.

AUSSTELLUNGEN/PREISE: 
2011 Arbeitsstipendium Künstlerhaus Lukas, Mecklenburg-Vorpommern 2005 Goldrausch, Künstlerinnenförderung des Kultursenats Berlin, 2004 Förderpreis der IHK Ost-Württemberg, 2002 Atelierstipendium Hansestadt Lemgo und der Staff-Stiftung 1997 Förderpreis des Förderervereins der Kunstakademie Münster 1995 Mayer-Preis für junge Kunst, 1994-98 Förderung der Hanns-Voith-Stiftung; internationale Austellungstätigkeit (Auswahl): 2010 Zweckform Alexandra Erlhoff, Berlin; 2008 Devil`s Chrome The Coop Galerie, Bergen; 2007 Tune In Sound of Mu, Oslo, Norwegen; 2003 ...es war Tom Sawyer Art Kite Museum, Detmold, 2011 site Kunstraum Potsdam; 2010 Blick-wechsel Kultursekretariat NRW, Iserlohn; Wie Gemalt Kunsthalle, Erfurt; 2004 Privatgrün Kunst im Privaten Raum, Köln; 1999 Baumblühen Botanischer Garten, München

FACHGEBIET: 
architektonische Installationen mit ready-made Material, Licht und Farbe

PROJEKTIDEE: 
Lichtinstallation im Teepavillon

ZUORDNUNG: 
Element Feuer