Elementare KünstlerInnen

  element_wasser  Fabian Vogl, München
 

Fabian Vogl, München Der Münchner ist Aktionist und Installationskünstler. Vogl studierte zunächst Bühnenbild in Wien und Salzburg, in München erweiterte er sein Betätigungsfeld auf Bildhauerei und Installationskunst, Konzept- und Plakatkunst.

Im Juli 2011 installierte der Aktionskünstler Fabian Vogl eine Protestkapelle in der Münchner Fußgängerzone. Der Besucher hatte dort die Möglichkeit, seine ganz individuellen Ansichten in Bezug auf Politik, Wirtschaft oder Umwelt zu formulieren und öffentlich kundzutun. War früher die Votivkapelle ein besonderer Ort für die Sorgen und Nöte der Menschen, so stehen in Fabian Vogls „Kapelle der öffentlichen Meinung“ die Ängste und Protestgedanken der Münchner Bürger im Mittelpunkt. Im Innenraum der Kapelle sind ganz unterschiedliche Abbildungen von Protestaktionen und Demonstrationen zu sehen, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten stattgefunden haben. Der Besucher hatte die Möglichkeit, seine persönlichen Gedanken in Bezug auf Politik, Wirtschaft oder Umwelt auf bereitgestellten Papieren zu äußern und über die Plakate zu kleben. Im Laufe der Aktion verschwinden nach und nach die Poster mit vergangenen Demonstrationen. Übrig bleiben die Aussagen und Statements der Besucher. Die aktuellen Inhalte überdecken und ergänzen die Erinnerungen.

Fabian Vogl liebt das Spiel mit Kontextverschiebungen. Frei nach Paul Klee startet Fabian Vogl am 18.8.2008 sein Zeichenexperiment mit bayrischem Flatterband im Englischen Garten. Statt eines Vierbeiners führt Vogl seine blau-weiße Linie im Grün spazieren. Beim Künstlerverein kik in Hannover ist sein Beitrag zum Paradies 2009 ein ausgeklügelter Wasserkreislauf, der die Ressourcen verschiedener weltweit gesammelter Weihwässer miteinander mischt und ins selbstgebaute Idyll aus Rollrasen und Gartencenterpflanzen ergießt ... immer und immer wieder. Seine über Nacht ins Straßenbild eingefügten fingierten Baustellen nutzen das Erscheinungsbild solcher Verkehrshindernisse. Mit den üblichen, alltäglichen Materialien errichtet, überdauern diese Fakes von Störquellen einige Tage.

„Walking Water“ ist eine von Vogls bisher abwegigsten Arbeiten. Sein Körper wird durch ein System aus transparenten Schläuchen umschlossen und tonnenschwer mit zirkulierendem Wasser befüllt. War bei der Urauführung vor der Klosterkulisse in Gravenhorst 2010 noch die Assoziation eines schwerfällig, merkwürdig hilflosen Ritters in seltsamer Montur präsent, wurde aktuell bei einer Aufführung an der Meeresküste von Dänemark eher ein apokalyptisches, merkwürdig technoides Bild von der Zukunft wachgerufen.

Kurz


www.fabianvogl.de


geboren 1978, Studium an den Kunstakademien in Wien und München, Bühnenbild-Diplom am Mozarteum bei Prof. H. Kappelmüller in Salzburg, lebt und arbeitet als Bühnenbildner, Installations- und Aktionskünstler in München

AUSSTELLUNGEN/PREISE: 
2011 Atelierförderung Landeshauptstadt München 2009 Projektstipendium DA Kunsthaus, Kloster Gravenhorst; 2009 LfA Förderbank Bayern 2009 Prinzregent-Luitpold-Stiftung; 2007 Förderstipendium Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung; 2007 Kulturreferat der Landeshauptstadt München 2007 LFA 2006 2. Platz, Kunst am Bau: Kreisverkehr Altena; Auswahl von Ausstellungen u. Aktionen: 2010 Windows, lothringer 13_laden, München 2009 Installation Paradies, kik Kunst in Kontakt, Hannover; 2007 Die zweite Generation meldet sich zu Wort, Installation im haus der kunst, München; 2005 " Installation im Biotechnologiezentrum, Martinsried; 2007 Großinstallation 24.7.2018, Sendlinger-Tor-Platz, München; 2006 Plakataktion: WM; Teamgeist, München u Berlin; Plakataktion: Mozart, Salzburg; 2005 Plakataktion: Alternativkanzler, München

FACHGEBIET: 
fingierte Baustellen, anarchische Brunnenanlagen aus Weihwasserkonserven

PROJEKTIDEE: 
Kampf der Elemente inszenieren, Performance,

ZUORDNUNG: 
Element Feuer